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Stephan Widera

Stephan Widera ist Maler, Fotograf und Mixed-Media Künstler.
Er zählt zu den Vertretern der surrealistischen Strömungen der Gegenwartskunst.

Der in Bremen geborene Künstler studierte an der Hochschule Niederrhein / Krefeld Grafik-und Objekt-Design u.a. bei Günther Dohr, Rolf Sachsse und Heinrich Görtz. Seit seinem Studien-Abschluss ist er als freier Künstler tätig.

Seine Werke konnte man bei vielen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland sehen in Galerien, Museen und auf Kunstmessen.

Der Künstler lebt und arbeitet in Düsseldorf.

Stephan Widera ist
- Mitglied im BBK (Berufsverband bildender Künstler)
- Mitglied im Verein der Düsseldorfer Künstler
- eingetragen im Künstlerverzeichnis der Stadt Düsseldorf



Im Kaleidoskop der Möglichkeiten
von Dr. Stefanie Lucci

Stephan Widera’s gemalte Collagen fügen die Welt neu zusammen. Dabei spart er nichts aus, was gesellschaftliche Realität ausmacht. Ob Werbung, Konsum und Warenwirtschaft, Pharmaindustrie, Politik und Propaganda, Porno und Erotik. Ob Promi-Lust und Star-Allüren, Moden und der so genannte Zeitgeist, - alles gerät in Stephan Widera’s Blick. Munter vermengt er dabei Historisches mit Aktuellem, Ernstes mit Banalem, baut Slogans und Schlagzeilen in seine surrealen Bildwelten ein.

Für dieses Kaleidoskop der Möglichkeiten greift Stephan Widera auf Vorlagen aus der populären Bild- und Medienwelt zurück, die in ihrem Ursprung stets kenntlich bleiben. So hat der Volksempfänger des Dritten Reiches ebenso wie das Titelblatt-Layout des Magazins Der Spiegel Einzug in das kollektive Bildgedächtnis gehalten, genauso wie die typischen Werbebilder von Waschmaschinen und Suppendosen.

Stephan Widera’s Bilder sind farbenfroh und spielerisch. Mit der vermeintlichen Unschuld eines Kindes scheint er seine Vorlagen nach dem Prinzip des Zufalls zusammenzubauen. Köpfe werden mit Tomaten vertauscht, der Wunderdoktor wird bemüht und Dinosaurier-Waschmaschinen bekommen Beine. Was zunächst zum belustigten Schmunzeln einlädt, entwickelt jedoch rasch ein Eigenleben mit völlig neuen möglichen Zusammenhängen, manchmal bissig, manchmal heiter, aber immer mit ironischer Klarsicht, was hinter den Dingen verborgen liegt.

Denn was heißt es denn, wenn beispielsweise die Warenwelt Köpfe besetzt oder besser: ersetzt? Ein Mao-Anzug einen Pichelsteiner Eintopf Dosen-Kopf auf den Schultern trägt, aus dem Volksempfänger ein banales Muschellied rauscht, ein Zeigefinger-Kopf erigiert aus dem Kragen ragt, Sprechblasen mit mehr und Freizeit Köpfe bilden und Body-Kult vorgeführt wird? Was passiert, wenn bei dem Bild mit dem Werbeslogan: Diese Drei wissen, wie gut Gesundheit schmeckt! nicht nur Werbeversprechen assoziiert werden, sondern unmittelbar auch die Gesundheitsreform der Bundesgesundheitsministerin? Worauf spielt dieser sexy Fernseher an?

Mit derselben abgründig humoristischen Betrachtung widmet sich Stephan Widera auch der Kunstgeschichte. Den affirmativen Geist der Pop-Art konterkariert er beispielsweise mit seinen brisanten gesellschaftlichen Bezügen, und Warhols Suppendosen werden durch politische Einsprengel aufgeladen. Den Konstruktivismus, der immerhin auch Gesellschaftsutopie war, lässt er einen leichtfüßigen, virtuosen Freudentanz aufführen. Wladimir Tatlin und Oskar Schlemmer lassen grüßen. Oder er malt eine Figur, die einerseits an einen Computer erinnert, aber auch eine auffällige Nähe zu den berühmten Michelin-Männchen des Französischen Autoreifenherstellers aufweist sowie zu Thomas Schütte’s Skulpturengruppe Giganten.

Es fällt auf, dass in Stephan Widera’s Welten Individualisten fehlen. Als Kommentar zu unserer derzeitigen Gesellschaft ist dies durchaus präzise. In einer Gesellschaft, die ausschließlich von wirtschaftlich orientierten Gruppeninteressen gesteuert wird, fällt der Einzelne schließlich nur noch als statische Größe ins Gewicht. Stephan Widera’s Bilder entlarven die dazu notwendigen Mechanismen der Propaganda und Slogans als Gesellschaft konstituierende Realität. So gesehen betreibt Stephan Widera mit seinen absurden Bildwelten sowohl aktive Medien- als auch Gesellschaftskritik wie ebenso fundierte Kunstkritik, - und das mit einem sympathischen Lächeln im Augenwinkel.

© Dr. Stefanie Lucci, Kunstwissenschaftlerin


Der Surrealismus lebt
von Paul Schwietzke

Surrealismus in verschiedenen Ausprägungen hat die Menschheit schon immer begleitet. Meist allerdings nicht unter dem Namen "Surrealismus", sondern zum großen Teil namenlos oder als Attribut von Kulturprodukten mit anderer Bezeichnung. Der heutige zeitgenössische Surrealismus unterscheidet sich von früheren Erscheinungsformen nur dadurch, daß er eben heute produziert wird und daß aktuelle Versatzstücke der Gegenwart integriert werden.

Moderne surreale Elemente sind längst Bestandteil der Alltagswelt, speziell in Werbung, Mode und Design. Die fast universale Einsetzbarkeit des Surrealismus liegt an seiner Offenheit und an seiner Verweigerung einer klaren Definition. Zwar gibt es einen typischen Charakter des Surrealismus, der aber eher eine Negativdefinition ist.: Das Ad-Absurdum-Führen von Definitionen.

Werke von Stephan Widera entführen den Betrachter auf eine "Reise nach Absurdistan", so der Titel vieler seiner Bilder. Diese Arbeiten zeigen eine reizvolle Sperrigkeit gegen eine Einverleibung in konventionelles Verstehen. Die Wahrnehmung und die Orientierung werden irritiert und gleichzeitig für das Phantastische geöffnet.
Die Kombination nicht zusammen gehöriger Motivbestandteile zwingt die Wahrnehmung in das Land "Absurdistan". Man kann Stephan Wideras Arbeiten als Botschaften und Grüße aus eben diesem Land verstehen. Der Zugang zu seinen Werken geht nicht über das Verstehen, sondern über das Staunen und Wundern. Humor spielt bei seinen Arbeiten eine große Rolle.

Der neue Surrealismus ist wie der frühere unpuristisch, dissident, sperrig, prächtig und scheut sich nicht, andern Künsten in die Wade zu beißen.
Der Surrealismus lebt - unter anderem in den Werken von Stephan Widera.

Paul Schwietzke, 2014


Ausstellungen (Auszug)


Krefeld, Museum Haus Greiffenhorst, 1991, (GA)

Preisträger GlaxoSmithKline-Kunstwettbewerb, 1993

Brühl, Schloss Augustusburg, 1993, (GA)

Bremen, Überseemuseum, 1994

Krefeld, Kulturforum Alte Post, 1995, (GA)

St. Pölten (Österreich), Galerie am Bahnhof, 1997

Preisträger Baiersdorf Kunstwettbewerb, 2002

Bremen, Gustav-Heinemann-Haus, 2003

Düsseldorf, Young German Art Gallery, 2006

Düsseldorf, Young German Art Gallery, 2007

Knokke (Belgien), Kunstraum Knokke, 2007

Miami (USA), Art Center South Beach, 2008

Knokke (Belgien), Young German Art Gallery, 2008

Waregem (Belgien), Kunstsalon, 2008


Düsseldorf, Young German Art Gallery, 2008

Gent (Belgien) Line Art, 2008

Essen, Zeche Zollverein, 2008

Krefeld, Kunsthaus NRW, 2009

Knokke (Belgien), Young German Art Gallery, 2009

Düsseldorf, Young German Art Gallery, 2009

Berlin, Galerie am Gierkeplatz, 2009

Düsseldorf, Anna Klinkhammer Galerie, 2009, (GA)

Krefeld, Surrealismus Museum, 2009

Knokke (Belgien), Young German Art Gallery, 2009

Düsseldorf, Kunstraum NRW, 2010

Krefeld, Kunsthaus NRW, 2010

Duisburg, Cubus Kunsthalle, 2010, (GA)

Krefeld, Surrealismus Museum, 2010

Düsseldorf, Kunstraum NRW, 2011

Aachen, Kunsthaus NRW, 2011

Krefeld, Kunsthaus NRW, 2011

Düsseldorf, Atelierhaus Sittarder Straße, 2011

Aachen, Kunsthaus NRW, 2012

Krefeld, Kunsthaus NRW, 2012

Düsseldorf, Kunstraum Brunnen, 2012, (GA)

Aachen, Kunsthaus NRW, 2013

Krefeld, Surrealismus Museum, 2013

München, Ponyhof Artclub, 2013

Aachen, Kunsthaus NRW, 2014

Düsseldorf, Loft 2 Galerie, 2014

Köln, Kunsthaus Rhenania, 2015, (GA)

Düsseldorf, Schloß Kalkum, 2015, (GA)

Düsseldorf, Fusion Gallery , 2016

Preisträger Nearch Kunstwettbewerb, 2016

Rom (Italien), Museo Nazionale - Palazzo Massimo, 2016, (GA)

Paris, Cité internationale des Arts , 2017

Nürnberg, Slow Art Galerie , 2017

Diverse BBK Ausstellungen (Düsseldorf, Köln, Niederrhein).
Teilnahmen Große Kunstausstellung, Nacht der Museen, Verein der Düsseldorfer Künstler

Diverse grossformatige Wandgemälde in Unternehmen und öffentlichen Gebäuden.


Neben privaten Sammlern haben auch zahlreiche Unternehmen Kunstwerke von Stephan Widera erworben. So z.B. Deutsche Telekom, DiBa, Mövenpick, Odol, Rémy Martin, Rewe, Toshiba und andere.


Projekte / Projects

Langzeit-Kunstprojekt "Die Reise nach Absurdistan"
Longterm art-procect "The journey to Absurdistan"

Gründung der Surrealisten-Gruppe "Neue Surrealisten", gemeinsam mit Paul Schwietzke und Marcus Günther.
Founding of artists-group "New Surrealists" with Paul Schwietzke ans Marcus Günther.

Surrealistisches Kunst-Buch-Projekt "Tagebuch eines Roboters".
Surrealistic art-book project "Diary of a Robot".



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